Mittwoch, 1. März 2017

Verbrechen und Schuld - der gnadenlose Teufelskreis




Während nicht jeder Mensch im Laufe seines Lebens ein Verbrechen begeht, werden wir doch alle schuldig – ist es nicht so? Wir lügen und tricksen, wir können jemanden nicht leiden und demütigen ihn, wir schinden Vorteile ggü. anderen heraus usw. Tragische Verbrechensfälle sind solche, in denen ein Mensch in eine Situation gerät, in der er vermeintlich zwei Handlungsoptionen hat – doch beide münden in schuldhaftes Verhalten. Die Kriminalliteratur spiegelt längst die Erkenntnis, dass man einen Menschen nicht umbringen muss, um ihn zu zerstören. Vorbei sind die rosigen Zeiten des Golden Age der Krimiliteratur, in denen mit der Lösung des Falls auch die Ordnung wiederhergestellt war (wie etwa bei Agatha Christie). Heute wird dem Leser vielfach mit der Auflösung auch die Aussichtslosigkeit präsentiert: Zwar ist ein Schuldiger gefasst, doch vor dem Gesetz ist er nicht zu belangen. Oder ein Mörder ist überführt, aber die wahren, die größeren Schuldigen kommen davon.  

Krimiautoren wie Theologen interessieren sich genau für solche Fragen: Wie gehen Menschen mit der eigenen Schuld und der ihrer Mitmenschen um? Hoffen wir auf Erlösung oder finden wir uns mit der Tragik falscher Entscheidungen ab? Was macht Schuld mit uns? Der Stoff ist ja dem Kriminalroman (und überhaupt der Literatur) nicht fremd. Jüngst habe ich ihn in Dohlenhatz verarbeitet.

Theologe Ottmar Fuchs und ich haben deshalb die Idee ausgebrütet, genau über diese Themen aus unserer jeweiligen Perspektive zu streiten – vor Publikum und in Interaktion mit diesem. Wer Lunte gerochen hat, kann sich hier über die anstehenden Termine informieren.

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