Donnerstag, 26. Februar 2015

Genussregion zum dritten!

Sie ist neu! Sie ist überarbeitet. Sie hat ein noch besseres Layout. Die 3. Auflage des Reisebuchs Oberfranken. Für Burgfräulein und Wandergesellen.
Wer jetzt nicht nach Oberfranken fährt ... dem ist nicht mehr zu helfen.

Oberfranken. Für Burgfräulein und Wandergesellen. Meßkirch, Gmeiner, 3. Aufl. 2015.


Freitag, 6. Februar 2015

Gruß aus der Krimiküche

Gemäß einer Marketing-Idee, die ich auf Twitter aufgeschnappt habe, präsentiere ich Ihnen heute S. 99 aus dem neuen Katinka-Palfy-Krimi Zuträger! Einfach so, ohne Zusammenhang, ohne Vorbereitung. Einfach nur als Gruß aus der Krimiküche ...



Er wiegte den Kopf. »In ihrem früheren Zustand ja.
Da hätte sie kein Blatt vor den Mund genommen und
alle Möglichkeiten ausgeschöpft, es dem Typen heimzuzahlen.
Aber sie war so verändert. Sie hat diesem Vollpfosten
ihre Seele geschenkt. Marie war nicht mehr sie
selbst. Das mit dem Laufen … das hat sie angefangen,
bei Kvintu. Weil da alle laufen, und weil sie dazugehören
wollte. Sie war immer sportlich. Spielte Volleyball
in der Uni und so. Und Wolfram läuft auch. Echt, diese
verdammte Lauferei … Als wären die alle permanent
vor irgendwas auf der Flucht. Nur nicht hinsetzen. Nur
nicht in die Luft gucken. Nur nicht nachdenken …« Er
verlor den Faden.
Katinka rieb sich die Stirn. Sie musste jetzt höllisch
aufpassen, was sie ihm anvertraute.
»Ben, das ist jetzt wirklich wichtig. Was wissen Sie
über Wolfram Grät?«
Ben schwieg. Er kämpfte mit den Tränen und wollte
es nicht zeigen.
»Ben! Eine andere Frau ist verschwunden. Auch eine
aus dem Unternehmen Kvintu. Womöglich ist ihr etwas
zugestoßen. Wie Marie. Verstehen Sie? Es darf nicht an die
Öffentlichkeit, um sie nicht zu gefährden, falls sie noch
lebt. Verstehen Sie mich?«
Er nickte. Seine Wangenmuskeln spielten unter der
Haut. »Klar. Ich habe ihn beschattet.«
»Grät?«
»Er hat drei Kinder mit seiner Frau. Sie wohnen ziemlich
schick. In Stegaurach. Großer Garten, zwei Autos,
Carport … Der älteste Sohn ist ungefähr 17, der zweite
ein bisschen jünger. Das Mädchen ist gerade in die Schule
gekommen.«

Sonntag, 1. Februar 2015

Hartkäse

Blockiertsein - gibt es das? Oder ist es nicht vielmehr nur ein Gefühl? Dieses: "Ich kann nicht mehr." "Mir fällt nichts mehr ein." Vielleicht einfach ein Anflug von Frust?
Echte Schreibblockaden sind selten. Ein echt Schreibblockierter sitzt trotz Misserfolg seine acht bis zehn Stunden vor dem alles beobachtenden Auge des PCs und versucht es. Schreibt einen Satz. Noch einen. Löscht. Schreibt wieder. Sitzt am Abend mit rotgeränderten Augen an derselben Stelle. Immer noch mit nur einem Satz auf dem Bildschirm. Oder keinem.
Meiner Erfahrung nach ist die sogenannte Schreibblockade  eher eine Art Verschiebebahnhof. Man kann sich nicht recht aufraffen und findet daher immer etwas anderes, vermeintlich Besseres zu tun. Putzen, Backen, Internet.
Doch woher kommt diese Schlaffheit? Sich nicht aufraffen können - ist das Schwäche?
Im Gegenteil. Frust und Unlust kommen zumeist von einem übersteigerten Ehrgeiz. Riskant ist nicht, einen Roman schreiben zu wollen, sondern DEN Jahrhundertroman SPÄTESTENS im nächsten Jahr auf den Markt zu bringen. Unrealistische, übersteigerte, perfektionistische Anforderungen an sich selbst töten die Kreativität. Nicht sofort. In kleinen Schritten. Sie steigern vielleicht unsere Disziplin - und Disziplin ist lebensnotwendig für Autoren -, aber sie sorgen auch dafür, dass wir unsere kreative Arbeit nur noch über Selbstkontrolle und Leistung definieren.
Wenn das passiert, stellt sich bald Unlust ein. Unlust führt zu weniger Leistung, ein Minuszustand, der Zwanghaftigkeit ("Ich muss noch zehn Seiten schreiben") und Schuldgefühle hervorruft. Man entwickelt Glaubenssätze: "Ich bin eine gute Autorin, wenn ich ...". Das Schreiben verkommt zur To-do-Liste. Stück für Stück dehnt sich die innere Dürre aus, und dann kommt tatsächlich irgendwann der Tag, an dem es zutrifft: Mir fällt nichts mehr ein.
Hemingway hatte einen guten Tipp für diejenigen unter uns, die diese Unlust, diese Übersättigung bei gleichzeitiger Dürre empfinden: Leere niemals deine inneren Quellen in einer Schreibsitzung komplett aus. Es ist gut, es ist wichtig aufzuhören, solange du noch weißt, was als nächstes passiert. (In deinem Text!)
Der Rat braucht keinen weiteren Kommentar. Statt Härte gegen sich selbst lieber ein wenig Muße und Ruhe. Affirmatives Denken statt Druck. Und denke niemals über deine Story nach, wenn du nicht arbeitest! Denn dadurch wird das Gehirn des Themas überdrüssig. (Auch das von E.H.)
In diesem Sinne:
Frohes (genau: frohes) Schaffen!