Sonntag, 9. Februar 2014

Wer einmal einen Nacho aß

Leseprobe aus: Wer mordet schon in Franken. 11 Krimis und 125 Freizeittipps.

Kapitel

Wer einmal einen Nacho aß

Forchheim und Fränkische Schweiz

Nachos können tödlich sein. Hätten Sie’s gewusst? Alle quatschen
über gesunde Ernährung. Hat mich noch nie besonders
interessiert. Ich bin ein Typ, der sich was zwischen die Kiemen
schieben muss, und ich gehe vor allem danach, was mein
Körper verlangt. Das sind oft Steaks, Frikadellen, Kartoffelsalat
mit Mayo. Dazu ein süffiges Bier. Bisher hat mir das nicht
geschadet. Ich habe keine Herzbeschwerden, kriege höchstens
alle fünf Jahre eine Grippe und das war’s. Aber dann kam die
Sache mit der Nacho-Tüte. Vielleicht wäre alles anders gelaufen,
hätten sie an der Tanke Guacamole verkauft. Ich esse nämlich
immer Nachos mit Guacamole. Bloß nicht mit diesen
roten Chilisoßen, die kann ich auf den Tod nicht ausstehen.
Auf den Tod.
Deswegen kaufte ich also nur die Nachos. Ohne Soße. Als
Proviant für meinen Trip durchs Fränkische.
Die Tour war meine Abschiedsreise. Zwei Tage später würde
ich den alten Kadett verkaufen. In drei Tagen in ein Flugzeug
steigen. Nach Vancouver fliegen und dort neu anfangen.
Was zählte, war die Zukunft. Mit meinem alten Leben in
Franken hatte die Person, die ich heute darstelle, nicht mehr viel
zu tun. Enttäuschungen, Ängste, Zweifel, Katastrophen. Ich
hatte sie entschlossen in einen Sack gestopft und in die Tonne
gekloppt. Rein mental natürlich. Es gibt Tausende Bücher,
in denen steht, wie das geht, und jedes Jahr erscheinen neue.
Für meine persönliche Misere hieß die Lösung: Kanada.
Erst mal Urlaub. Paddeln, Fallschirmspringen, Reiten. Dann
einen Job finden. In Kanada liegen die Jobs für jemanden
wie mich quasi auf der Straße. Davon ging ich aus. In drei
Tagen ging es los. Beinahe hätten mir die Nachos einen fiesen
Strich durch die Rechnung gemacht.
Möglich, dass es nicht die Nachos allein waren. Abgesehen
von der fehlenden Guacamole könnte ich auch die Engländerin
mit der milchweißen Haut verantwortlich machen
oder den Kerl, den ich nur wenige Male ganz kurz sah, dessen
Namen ich nicht kannte. Egal.
Ich begann meine Abschiedstour in Forchheim. Hier war
ich zur Schule gegangen, hatte das erste Mal die Liebe erlitten
und meinen Eltern und Lehrern das Leben zur Hölle gemacht.
Ich parkte den Kadett vor der Kaiserpfalz ...

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Montag, 3. Februar 2014

Bärbeißig fränkisch

Franken, das Land der Genießer? Von wegen! 11 rasante Krimis beweisen, dass es zwischen Main und Fichtelgebirge so richtig zur Sache geht ... 

Wie kam es zu dem Dreifachmord im Paradiestal, bei dem zwei Jungen und ein Mädchen ihr Leben verloren? Und was hat die Tramperin, die tragischerweise an einem Nacho erstickt, so Wertvolles in ihrem Rucksack, dass ihr ein Motorradfahrer durch die ganze Fränkische Schweiz folgt? Es geht blutig zur Sache, auch in anderen Ecken des wald- und burgenreichen Frankenlandes wird gelyncht und gemordet. Suspense und Sightseeing zwischen Nürnberg, Würzburg und Hof.

Wer mordet schon in Franken. 11 Krimis und 125 Freizeittipps. 250 S., 12x20 cm. Stuttgart, Gmeiner, Februar 2014. € 9,99. ISBN 978-3-8392-1507-4.