Mittwoch, 13. März 2013

Spielen mit Wörtern

Wörter sind gratis. Man kann mit ihnen herumspielen, Spaß haben, und sie kosten schlicht nichts. Sie vermitteln einem Text den charakteristischen Ton, kommen leicht oder schwer daher. Wenn die alten nicht reichen, kann man sogar neue erfinden. Zunächst aber ist es ganz praktisch, sich an die vorhandenen zu halten. Zum Beispiel durch die Bekanntschaft mit einem Wörterbuch ...

Mittwoch, 6. März 2013

Ein Roman in einer Nacht

Ein Roman, der von Anfang bis Ende in einer einzigen Nacht hervorbricht ... kann es so etwas geben?
Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher. In groben Zügen vielleicht schon. Und manchmal reicht ein ganz grober Zug, um einen Krimi, einen Roman zu skizzieren. Letztlich geht es ja immer um einen Konflikt, der ein Buch lang trägt, bis er sich auf der letzten Seite auflöst. Einen solchen Konflikt kreieren Autoren v.a. durch das Hervorrufen von Widersprüchen, deren Auflösung eine gute Weile braucht, viele Opfer erfordert, die eine oder andere Katastrophe hervorruft, wodurch wiederum eine erkleckliche Anzahl Figuren beeinflusst werden. Wie das richtige Leben?
Möglich. Das richtige Leben kennt jedoch keine Auflösung, wie sie im literarischen Leben anklingt. Der dramatische Stoff sorgt dafür, dass sämtliche durch den Text ausgelöste Emotionen beim Leser am Schluss in eine große Erfüllung gebunden werden. Dadurch wird das Innenleben des Lesers gereinigt. Wir heulen oder fühlen uns rundum zufrieden. Oder beides. Läuterung durch einen Roman.
Um einen starken Konflikt zu erschaffen, der die Figuren (selbstverständlich solche, mit denen wir uns identifizieren) einen Roman lang auf Trab hält, braucht man manchmal nicht länger als ein paar Stunden. Mitunter reicht ein Geistesblitz. Aber das magere Gerüst des Widerspruchs zwischen dem einen, unbedingten Wunsch des Protagonisten und seiner zunächst nicht sehr kooperativen Wirklichkeit mit Material anzufüttern - das dauert.
Also entsteht allenfalls die Idee in einer Nacht. Die Vorstellung einer Figur, deren Schatten sich aus dem Dunkel schält. Die Konturen von Konflikten, die der eine zentrale Widerspruch hervorrufen wird. Aber dann wird es hart, denn die Auflösung, der Weg aus der Krise, muss schon angelegt sein, ohne dass der Leser ihn noch bemerkt. Verwicklungen sollten, bevor sie ausgelegt werden, auch schon entwirrt sein. Und da sind dann schließlich die vielen feinen Details, das Fleisch an den Knochen, das uns Autoren auch eine Menge Spaß macht. Der Roman in einer Nacht ist eine Skizze, eine Wegbeschreibung, ein erster Absatz, dessen Essenz ziemlich stark sein kann. Und auf alle Fälle der Anfang, dem der Zauber des Schreibens innewohnt.