Donnerstag, 30. Juni 2011

Der Apfel und der Wurm ...


... freie Assoziation für alle ...

Wasdunkelbleibt. Der sechste Fall für Kea Laverde.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag Februar 2011. 273 Seiten, 12x20 cm, Paperback, € 9,90. ISBN 978-3-8392-1199-1.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Lesung und Buchvorstellung


Am 14.7.2011 um 20.00 ist der Countdown für den neuen Krimi abgelaufen - im Hübscher Buch&Medienhaus, Grüner Markt 16, 96047 Bamberg empfangen wir alte und neue Fans der Kea-Laverde-Krimis. Diesmal geht es um "Wasdunkelbleibt" - hat ja bislang einiges im Dunkeln gelassen.

Das schreibt die Verlagswebseite:

ANGRIFF AUS DEM CYBERSPACE Halloween. Ghostwriterin Kea Laverde staunt nicht schlecht, als vor ihrem Haus weit vor den Toren Münchens ein junger Mann seinen Roller parkt. Noch verwirrender ist die Geschichte, die Bastian Hut ihr auftischt: Er sei vor drei Jahren im Alter von 15 von Kriminellen als Hacker angeworben worden. Seine Erlebnisse habe er in einem Text zusammengefasst, aber er brauche die Hilfe der Ghostwriterin, um daraus ein Buch zu machen. Kea sichtet die Aufzeichnungen. Sie hält den Jungen für einen Wichtigtuer, nimmt den Auftrag aber an, um ihre Kasse aufzubessern. Wenig später ist Bastian tot – und ein Hacker namens x03 in das Intranet des LKA in München eingedrungen …

Wenn aus Spiel bitterer Ernst wird. Ein junger Hacker in den Fängen skrupelloser Verbrecher, die das Internet zum Spielplatz ihrer kriminellen Machenschaften auserkoren haben. Ein topaktueller, ungemein spannender und brillant erzählter Kriminalroman von Erfolgsautorin Friederike Schmöe.



Ich freue mich auf viele Besucher - bis zum 14.7.!
Weitere Lesungstermine stehen auf meiner Webseite www.friederikeschmoee.de

Samstag, 18. Juni 2011

S. 99 - die zweite

Die Idee, S. 99 aus einem bald erscheinenden Buch ins Netz zu stellen, habe ich auf Twitter aufgeschnappt - hier mehr Infos. Viel Spaß!

„Du kennst den Zeitplan! Ihr alle kennt ihn! In drei Tagen hätte ich den Patch hochgeladen. Sämtliche Rechner wären innerhalb von weniger als dreißig Minuten aktualisiert und geschützt gewesen.“

Gewesen. Kea mit ihrem Feingefühl für Worte könnte zu einem einzigen Partizip eine Menge sagen.

„Das Defacing ist nicht unser größtes Problem. Unser Problem ist die Öffentlichkeit. Medien, Blogger und Co.“ Freiflug griff nach seiner Thermoskanne. „Magst du Kaffee?“

„Bloß nicht.“

„Die Presse hatte natürlich sofort Wind von der Sache. Die Reporter hängen uns am Arsch. Ich bin dran, sämtliche Webseiten mit dem Status von gestern hochzuladen, damit die echte Version online ist. Vorher muss durchgecheckt werden, ob irgendwelche Würmer in den Dateien rumkriechen, die das ganze Schlamassel morgen früh zur selben Zeit neu auslösen könnten.“

„Dann mach das.“ Nero stand auf. Seine Stimme zitterte. Ihm war übel. So übel wie nie zuvor in seinem Leben.

„Woncka will dich sehen.“

„Habe ich mir gedacht. Ich gehe sofort.“ Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Freiflugs Blick ausweichend, ging er zur Tür.

„Nero?“

„Ja?“ Er drehte sich um.

„Das hier ist nicht das ganze Leben.“

„Nein.“ Er verließ das winzige Büro. Am Türrahmen hielt er sich kurz fest. Ihn schwindelte.

S. 99 aus "Wasdunkelbleibt" - ein sechster Fall für Kea Laverde. Erscheint im Juli 2011.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Sprache und Spannung - Sprache und Suspense

... zum neugierig Machen hier die ersten zwei Seiten aus meinem gleichnamigen Artikel, wie er in den Germanistischen Studien Nr. 10 erschienen ist:
(Germanistische Studien. Eine Zeitschrift des Vereins deutsche Sprache, Georgien. Begründet von Samson Karbelaschwili. Hrsg. von Lali Kezba-Chundadse und Friederike Schmöe. Tbilissi/Dortmund Nr. 10, 2010.)

Spannung, so sagt das Große Wörterbuch der deutschen Sprache[1], sei ‚auf etwas Zukünftiges gerichtete erregte Erwartung, gespannte Neugier’, aber auch eine ‚Beschaffenheit, die Spannung erregt’ (z.B. ein Film). Das Substantiv hat noch eine Reihe weiterer Bedeutungen, die an dieser Stelle jedoch nicht von Interesse sind. Das Adjektiv spannend referiert entsprechend auf ‚Spannung erregend, fesselnd’. Doch wodurch zeichnet sich diese Beschaffenheit, Spannung zu erzeugen, genau aus – alleine durch ihren Effekt? Als Leser merken wir, ob ein Text spannend ist oder nicht. Aber wie bewirken Autoren, dass er spannend wird? Wann ist etwas spannend? Diese Frage ist um einiges schwieriger zu beantworten.

Das englische suspense, ebenfalls ein Substantiv, bedeutet ‚uncertainty, anxiety’[2], also ‚Unsicherheit, Ungewissheit’ bzw. ‚Angst, Sorge, Beklemmung’.

Das deutsche Spannung erscheint im Vergleich mit dem englischen Wort nüchterner, enthält sogar etwas von (freudiger) Erwartung, während suspense düstere Konnotationen mitbringt, die Notion von Angst. Da es hier um das Thema Sprache und Emotion geht, sollen in vorliegendem Aufsatz auch beide Emotionen Raum bekommen: die Spannung – die (freudige) Erregung, das Lechzen nach Neuigkeiten, und die Suspense – die Angst, die Beklemmung. Zumindest Letzteres ist im nichtliterarischen Leben kein Spaβ – wer möchte gerne Angst haben und sich beklommen fühlen? Erleben wir diese Emotionen aber stellvertretend für eine literarische Figur in der Fiktion, genießen wir (sofern wir Krimileser sind) den Nervenkitzel und die Gänsehaut. Man spricht auch von wohliger Spannung. Warum aber ist Angst unterhaltsam? Entsteht der delightful horror[3], das vergnügliche Entsetzen, weil die Bedrohung aus sicherer Distanz erlebt wird? Ist die Angst, die wir im Krimi erleben, nur ein Witz? Eine Art Aha-Effekt des Gehirns, das sich freut, verstanden zu haben, worum es geht?

Ein drittes Nomen, das englischen Ursprungs ist und auch im Deutschen verwendet wird, ist Thrill ‚Nervenkitzel, Schauer, Erregung, Kick, Kitzel’[4]. Thriller ist die Bezeichnung eines kriminalliterarischen Subgenres (s.u.), das Verb to thrill steht für ‚mitreißen, begeistern, erregen, fesseln’.

Physiologisch gesehen ist Spannung die gelernte Verknüpfung eines eigentlich unkonditionierten Stimulus mit einem zunächst neutralen Reiz. Wird der Stimulus kontingent dargeboten und mit einem bestimmten Reiz (Gefahr!) verknüpft, wird beim Rezipienten eine konditionierte Reaktion hervorgerufen. Engel[5] nennt als nichtliterarisches Beispiel die Filmmusik aus Der weiße Hai (Regie: Steven Spielberg). Die Musik, dargeboten vor der Aufnahme einer glatten, sommerlichen Wasseroberfläche, ruft ein intensives Spannungsgefühl hervor, weil wir als Zuschauer gelernt haben, dass immer dann, wenn diese Musik gespielt wird, etwas Gefährliches geschehen wird. In einem Text wiederum, wo keine Musik zur Verfügung steht, müssen andere Elemente eingesetzt werden, um die Spannung zu konditionieren, stets neu hervorzurufen und aufrecht zu erhalten. Körperliche Symptome von Suspense sind Schweißausbrüche, beschleunigter Puls, angehaltener Atem, trockener Mund, Muskelanspannung. Sie decken sich mit den Symptomen, die in einer authentischen Gefahrensituationen auftreten. So gesehen simuliert ein spannendes Buch eine echte Gefahr. Das scheint der Knackpunkt zu sein: Der Krimi simuliert. Wir können uns ganz sicher fühlen in unserem Sessel. Nur zartbesaitete Seelen stehen während der Lektüre auf, sehen nach, ob die Kellertür verschlossen ist und kein Fenster offen steht.

Spannung und Angst sind Neurophysiologie und Stammesgeschichte. Angst lässt die Art überleben, weil nur die Angst den Menschen dazu bewegt, sich zu verteidigen oder sich in Sicherheit zu bringen. Ein stressbeladener Reiz aus der Umwelt erreicht über die Sinnesorgane und das Zentralnervensystem die Großhirnrinde und den Hypothalamus. Dieser gibt ein Signal an die Hirnanhangdrüse, die zentral sämtliche hormonproduzierenden Drüsen des Körpers managt. Der Körper schaltet auf Aufmerksamkeit und Kampf- oder Fluchtbereitschaft. Der Reiz führt letztlich zur Nebenniere, die einen Cocktail an Hormonen ausschüttet, welche die Alarmreaktionen des Körpers hervorrufen, darunter das Stresshormon Adrenalin. Physiologisch gesehen sind echte Angst und Krimi-Angst dasselbe ...

Quelle

[1] Duden, Das Große Wörterbuch der deutschen Sprache. Bd. 7. S. 3155.

[2] Oxford Advanced Learner’s Dictionary of Current English. S. 871.

[3] Vgl. Engel, Spannung. S. 10.

[5] Vgl. Engel, Spannung. S. 6.

Montag, 6. Juni 2011

Zeichen & Wunder

... lautet der Name eine außergewöhnlichen Anthologie. 7 Tandems aus je einem alten (!) und einem neuen (jungen) Autor taten sich für ein knappes Jahr zusammen, um gemeinsam eine Geschichte zu schreiben, ein Hörspiel, ein Theaterstück, ein paar Gedichte. Geteilt wurden Stunden und Tage, Kaffee und Rotwein, Snacks und Apfelstrudel, Erfahrungen und Fragen, Frust und gute Laune, Schöpferkraft und Ideen. Es war wunderbar, Teil dieser Equipe zu sein: Friederike Schmöe und Bettina Gabler schrieben zusammen das Theaterstück "Glasaugenkinder" - publiziert in Zeichen & Wunder.

Zeichen & Wunder. Hrsg. von Martin Beyer. Perpetuum publishing 2011. ISBN 978-3-9813638-2-1
Projekt und Presse