Montag, 19. April 2010

Schmöe und Palfy 1

Palfy:
Waren wir jetzt eigentlich per du?
Schmöe:
Ich glaube nicht.
Palfy:
Ein bisschen Distanz kann ja nie schaden. Ich darf also mal wieder mitspielen. Sehr nett.
Schmöe:
Eifersüchtig? Ich dachte, eine Auszeit ...
Palfy:
Auszeit? Ich habe verdeckt ermittelt. Aber zur Sache: Wann geht's weiter?
Schmöe:
Im Advent.
Palfy:
Advent? Wie das?
Schmöe:
Ein Weihnachtskrimi. Erscheint im Oktober 2010. Wird eine harte Geschichte.
Palfy:
Gut, ich kauf mir was Warmes zum Anziehen.
Schmöe:
Sie beginnen am 1.12. mit einem Kochkurs.
Palfy:
Kochkurs??? Ich dachte, ich darf Mörder jagen.
Schmöe:
Genau. Es ist ein tödlicher Kochkurs.
Palfy:
Alles klar. Klingt schon besser. Professionalität ist mir nämlich wichtig.
Schmöe:
"Süßer der Punsch nie tötet" lautet der Titel.
Palfy:
Klingt ja wirklich weihnachtlich.
Schmöe:
Ein krimineller Adventskalender. Bis zum 24.12. muss der Fall gelöst sein. Hardo darf auch mitmachen.
Palfy:
Da bin ich aber beruhigt.
Schmöe:
Und ein smarter neuer Volontär beim FT.
Palfy:
O.k. ...
Schmöe:
Täglich klappern Sie eine Spur ab. Und entdecken eine neue Verwicklung. Punsch und Gewürze spielen eine Rolle ...
Palfy:
Habe ich mir fast gedacht.
Schmöe:
Außerdem treffen Sie eine Menge alter Bekannter aus früheren Fällen wieder: Ruth Stein, Kommissarin aus Haßfurt zum Beispiel, die Coburger Kollegen, dann ...
Palfy:
Halt! Nicht die Spannung rausnehmen. Ich bin dabei.
Schmöe:
Bis Weihnachten ist es ja noch eine Weile hin.

Palfy:
Eben. Dann treffen wir uns aber mal auf einen Glühwein an der Oberen Rathausbrücke ...

Donnerstag, 15. April 2010

CrimeTime: In der Mitte hängt's

Echt hart, als Autor im zweiten Akt für straffe Handlungsstränge zu sorgen. Gerade nach den ersten, schnellen Wendungen hängt die Geschichte oft durch - alles scheint sich zu wiederholen, im Kreis zu drehen, zwei Schritte vor, einer zurück. Irgendwas muss eskalieren. Goldene Regel: Jede Szene muss stärker sein als die vorherige, langsam aber sich schreitet die Story zur Eskalation, erst gemächlich, dann rasant. Kleiner Trick für alle, die es versuchen wollen: Stricke ab dem zweiten Akt einen oder mehrere Subplots ein. Sie halten die Sache am Rollen.

Donnerstag, 8. April 2010

Ein Stück Autor

Wieviel vom Autor will der Leser "haben"? Besitzen, kennen, durch die Mangel drehen, analysieren ... ? Als Schriftsteller scheint man der Öffentlichkeit gehören zu sollen, jedenfalls dem Publikum, das die Bücher liest und mag. Das kann stressig werden. Einkaufen? Einfach so, friedlich auf dem Mark? Bestimmt kommt jemand von hinten herangeschlichen, der wissen will, wie das nächste Buch heißt. Und wann es kommt (die entscheidende Frage). Der sich dafür interessiert, woher die Ideen herbeifliegen und ob Schreiben Hobby ist. Manche bohren genauer nach: Wann schreiben Sie? Nachts? (Sonderbares Klischee - bestimmt arbeiten mehr Ärzte, Busfahrer und Bahnschaffner nachts als Autoren!) So wird das eigene Arbeitsleben gläsern, und das kann erschöpfen. Aber es ist auch wunderbar, wenn die Leute was von einem wissen wollen. Denn es heißt, sie nehmen Anteil. Nicht nur an meinen Geschichten und Figuren, die da draußen in der Fantasiewelt lustwandeln, sondern auch an mir, meinen Ideen, sie sorgen sich um den Nachschub an Einfällen (keine Sorge, da stehen noch etliche Schlange!) - und das tut gut. Auch wenn ich auf dem Markt dann vergessen habe, ob ich Tomaten oder Paprikas kaufen wollte ...

Sonntag, 4. April 2010

Blumen

Lesungen sind wie Blumengeschenke. Sie erbauen - ohne dass man so genau versteht, warum. Denn eine Lesung ist in erster Linie Arbeit, und Konzentration wird auch gebraucht. Also kein Osterspaziergang. Aber sie machen eben auch unheimlich Freude. Man kriegt mit, wer da am anderen Ende der Nahrungskette sitzt und Spaß mit dem Buch; das zuerst nur eine diffuse Idee in meinem Kopf war; dann eine Verkettung von Wörtern; dann eine Datei; dann ein Exposé für den Verlag; dann ein Manuskript; dann Gegenstand eines Vertrages; dann ein täglicher Eintrag im Erledigen-Buch; und dann, irgendwann, eine Ware, die es für Geld zu kaufen gibt. Ich wundere mich selbst immer wieder, wie ein Gedanke (oder ein Sammelsurium von Gedanken, das zunächst nicht einmal ein richtiger Plan ist!) zu Materie werden kann.
Ja, und dann die Blumen am Ende einer Lesung. Manchmal in Form eines richtigen Straußes, manchmal als Diskussion, Plauderei oder Fragestunde getarnt. Und einmal brachte mir ein Leser eine Kerze mit. In Sternform. Einfach nur so. Sie sind klasse, meine Leser!